Neue Technologien für Verteidigung und Einsatzkräfte
Die EURO DEFENCE EXPO (EUDEX) präsentiert aktuelle Technologien und Lösungen für Streitkräfte, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Das Spektrum reicht von unbemannten Systemen und Drohnenabwehr über Aufklärungs- und Navigationstechnik bis zu ABC-Schutz, taktischer Logistik sowie neuen Verfahren für Fertigung und Instandhaltung. Hier einige Beispiele aus dem Ausstellerangebot.
Unbemannte Systeme und Aufklärung
ARX Robotics zeigt mit der GEREON-Familie modulare unbemannte Bodenfahrzeuge für unterschiedliche militärische Aufgaben (Halle 4, Stand 4C35). Die Plattformen lassen sich unter anderem für Transport, Aufklärung und weitere Unterstützungsaufgaben konfigurieren. Sensorik, Software und autonome Funktionen ermöglichen dabei zunehmend Einsätze, bei denen Fahrzeuge selbstständig navigieren und Aufgaben innerhalb vernetzter Operationskonzepte übernehmen können.
DeltaQuad präsentiert mit der Evo Tactical eine VTOL-Drohne, die Senkrechtstart und -landung mit den Reichweitenvorteilen eines Starrflüglers verbindet (Halle 4, Stand 4E41). Das System erreicht Flugzeiten von mehr als vier Stunden und kann zwei unterschiedliche Nutzlasten gleichzeitig aufnehmen. Neben elektrooptischen und Wärmebildsensoren unterstützt die Plattform autonome Funktionen und ist für Einsätze unter Bedingungen elektronischer Kampfführung ausgelegt.
Mit MADDOS zeigt AP-FLYER eine Lösung zur Detektion und Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge (Halle 4, Stand 4C29). Das Counter-UAS-System kombiniert unterschiedliche Sensoren mit Sensorfusion und KI-Algorithmen, um Drohnen in Echtzeit zu erkennen, zu klassifizieren und zu verfolgen. Je nach Konfiguration können UAV über große Entfernungen detektiert und ihre Positionen dreidimensional bestimmt werden.
Eine zentrale Herausforderung für unbemannte Systeme ist die Navigation bei gestörten oder manipulierten Satellitensignalen. Inertial Labs, a VIAVI Solutions Company (Halle 3, Stand 3A39.1), adressiert dieses Problem mit inertialen Navigationssystemen und Sensorfusion. Das 2026 vorgestellte IRINS kombiniert inertiale Navigation mit LEO-basierter PNT-Technologie und ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen klassische GNSS-Signale durch Jamming oder Spoofing beeinträchtigt sind.
STARK stellt mit Gambit ein neues, leichtes und tragbares Drohnensystem vor (Halle 4, Stand 4E47). Der sechs Kilogramm schwere, faltbare Quadrocopter ist in zwei Varianten erhältlich: für Aufklärungsaufgaben sowie als unbemanntes Wirksystem, das eine Nutzlast von bis zu zwei Kilogramm aufnehmen kann. Die Aufklärungsvariante bietet bis zu 50 Minuten Flugzeit und eine operative Reichweite von bis zu 40 Kilometern.
Die Ausbildung für den professionellen Drohneneinsatz adressiert Lucas-Nülle mit einem neuen UAV-Trainingssystem (Halle 4, Stand 4D41). Anwender lernen damit den Aufbau und die Inbetriebnahme unbemannter Luftfahrtsysteme, konfigurieren Sensorik und Flugsteuerung und trainieren Flugmanöver sowie die Missionsplanung. Auch die systematische Fehlerdiagnose gehört zum Trainingskonzept.
ABC-Abwehr und Gefahrstofferkennung
AIRSENSE Analytics präsentiert Lösungen zur mobilen Erkennung chemischer Gefahren (Halle 4, Stand 4D12.F5). Das Spektrum reicht von persönlichen Detektoren bis zu Sensorlösungen, die in Fahrzeuge und andere Plattformen integriert werden können. Der kompakte GDA-P CWM verbindet beispielsweise die Detektion chemischer Kampfstoffe und toxischer Industriechemikalien mit der Erkennung nuklearer Gefahren und lässt sich in vernetzte Warn- und Lageinformationssysteme einbinden.
Die schnelle Identifikation unbekannter Substanzen steht bei Analyticon Instruments im Mittelpunkt (Halle 4, Stand 4D12.F2). Mobile Analysesysteme ermöglichen es Einsatzkräften, verdächtige Stoffe unmittelbar vor Ort zu untersuchen. Damit ergänzt die Technologie klassische Detektionssysteme um die detaillierte Einsatzanalytik und unterstützt Entscheidungen über notwendige Schutz- und Dekontaminationsmaßnahmen.
Mit den SARATOGA Taktischen CBRN-Handschuhen präsentiert BLÜCHER eine neue persönliche Schutzausrüstung für Einsatzkräfte (Halle 4, Stand 4D12.A5). Die Handschuhe kombinieren Schutz vor chemischen Gefahren mit hoher Fingerfertigkeit, Griffigkeit und Tastempfindlichkeit. Bei der Entwicklung wurden praktische Anforderungen von Einsatzkräften berücksichtigt und das Design unter anderem in Trage- und Feldtests mit britischen Polizeikräften erprobt.
Kärcher Futuretech zeigt Lösungen für die Versorgung und den Schutz von Einsatzkräften (Halle 3, Stand 3B76 sowie Halle 4, Stand 4D12.E2). Das Portfolio umfasst unter anderem Systeme für die CBRN-Dekontamination, mobile Trinkwasserversorgung, Feldverpflegung und Feldlager. Die Lösungen verdeutlichen, dass moderne Verteidigungstechnologie neben Sensorik und Wirksystemen zunehmend auch die schnelle, mobile und möglichst autarke Versorgung von Einheiten umfasst.
Digitalisierung und Logistik
Die Digitalisierung militärischer Operationen erhöht die Anforderungen an einen sicheren Informationsaustausch zwischen unterschiedlich klassifizierten Netzen. INFODAS präsentiert dafür Cross-Domain-Technologien (Halle 4, Stand 4D36). Mit SDoT COMP-LAND TE wurde das Portfolio 2026 um eine Lösung für den Tactical Edge erweitert, die einen kontrollierten Datenaustausch zwischen Netzen unterschiedlicher Sicherheitsstufen auch näher an Fahrzeugen und taktischen Einheiten ermöglicht.
Mit dem Akkusafe XL zeigt ZARGES eine Transport- und Lagerlösung für Lithiumbatterien (Halle 3, Stand 3C83). Die Gefahrgutverpackung ist auch für beschädigte und kritisch defekte Akkus ausgelegt. Eine feuerfeste Innenausstattung und zusätzliche Hitzeschutzplatten sollen bei einer Batterie-Havarie den Austritt von Flammen und Splittern begrenzen. Mit der wachsenden Zahl batterieelektrischer Drohnen, Kommunikationsgeräte und weiterer mobiler Systeme gewinnt die sichere Lagerung und Beförderung von Energiespeichern auch im militärischen Bereich an Bedeutung.
Fertigung und Instandhaltung
Colibrium Additive, ein Unternehmen von GE Aerospace, präsentiert Technologien für die additive Fertigung von Metallbauteilen (Halle 3, Stand 3A36). Metall-3D-Druck ermöglicht die Herstellung komplexer Komponenten und eröffnet neue Möglichkeiten für kleinere Stückzahlen, Ersatzteile und optimierte Bauteilgeometrien. Für die Verteidigungsindustrie ist die Technologie insbesondere mit Blick auf resilientere Lieferketten sowie eine flexiblere Ersatzteilversorgung interessant.
Mobile 3D-Messtechnik für Qualitätskontrolle, Bauteilerfassung und Reverse Engineering bringt AMETEK/Creaform Deutschland auf die EUDEX (Halle 4, Stand 4A17). Bauteile können digital erfasst und anschließend beispielsweise mit CAD-Daten verglichen oder als Grundlage für Reparatur und Nachfertigung genutzt werden. Damit verbindet die Technologie Digitalisierung, Instandhaltung und moderne Fertigungsverfahren und kann insbesondere bei schwer verfügbaren Ersatzteilen neue Möglichkeiten eröffnen.
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