Konnektivität hat unseren Umgang mit Sicherheit grundlegend verändert. Der gesamte Markt hat sich von manuellen, isolierten Systemen hin zu einer intelligenten, integrierten Infrastruktur entwickelt. Dennoch bestehen im Zusammenhang mit Konnektivität und dem „Vernetztsein“ weiterhin Vorbehalte, Unsicherheiten und Missverständnisse – insbesondere bei vernetzten Schlössern.
Was sind vernetzte Schlösser?
Ein vernetztes Schloss ist ein Schließsystem, das über eine drahtlose Technologie mit einem zentralen Server verbunden ist und Daten übermittelt. Während der Begriff „vernetzt“ früher meist für kabelgebundene Geräte verwendet wurde, geht es im heutigen Zeitalter des „Internets der Dinge“ (Internet of Things, IoT) vor allem um drahtlose Kommunikation sowie die Fernsteuerung und -überwachung von Systemen.
Um den Nutzen der Konnektivität wirklich zu verstehen, ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Schließsystemen zu betrachten. Autonome elektronische Schlösser funktionieren beispielsweise unabhängig voneinander. Sollen Nutzer*innen hinzugefügt oder entfernt werden, müssen diese Änderungen manuell und direkt am jeweiligen Schloss vorgenommen werden.
Bei vernetzten, zentral verwalteten Schlössern lassen sich sämtliche Zugangsänderungen über eine einzige Benutzeroberfläche aus der Ferne steuern. Integrierte Schlösser oder umfassendere Zutrittskontrollsysteme funktionieren ähnlich. Da sie jedoch für große Gebäude und deren spezifische Anforderungen konzipiert sind, gelten für sie andere Hardwareanforderungen und Zertifizierungsstandards.
Was sind die wichtigsten Vorteile vernetzter Schlösser?
Einer der bedeutendsten Vorteile vernetzter Schlösser ist der Übergang von einer manuellen zu einer zentralisierten Verwaltung. Vernetzte Schlösser machen die zeitaufwendige Einzelprüfung jedes Schlosses überflüssig. Zugangsberechtigungen können sofort aktualisiert, zentrale Prüfprotokolle bereitgestellt und zeitlich begrenzte Zugänge eingerichtet werden. Eine vollständig vernetzte Lösung verbessert die Sicherheit, Effizienz und Produktivität.
Häufige Missverständnisse
Laut einem 2020 veröffentlichten Artikel von Forbes zögerten 73 Prozent der Sicherheitsexpert, intelligente, vernetzte Schlösser einzusetzen. Zwar verändert sich diese Einstellung mit dem Wachstum und der Weiterentwicklung des IoT – insbesondere seit der KI-Revolution der vergangenen Jahre. Dennoch ging The Guardian noch 2026 der Frage nach, ob es „klüger sei, ein dummes Zuhause zu haben“.
Die Sorge vor Konnektivität und die Vorbehalte von Privatpersonen und Unternehmen bestehen möglicherweise weiterhin im Hintergrund. Bis sie vollständig verschwinden, dürften noch einige Jahre vergehen. Deshalb möchten wir einige Missverständnisse rund um einen intelligenteren Ansatz für Sicherheit näher betrachten.
Zunächst ist die Annahme, dass eine drahtlose Verbindung automatisch weniger sicher sei, ein Mythos. Frühere Geräte zur drahtlosen Kommunikation wiesen zwar durchaus Schwachstellen auf. Bei Verschlüsselungsstandards, Cybersicherheit und sicheren Kommunikationsprotokollen wurden inzwischen jedoch erhebliche Fortschritte erzielt.
Ein weiteres Missverständnis besteht darin, dass das Mobiltelefon selbst der Schlüssel sei und letztlich darüber entscheide, wann eine Tür entriegelt wird. Bei zertifizierten und sorgfältig konzipierten Systemen sollte dies nicht der Fall sein: Sämtliche gerätebezogenen Entscheidungen werden sicher innerhalb des Systems getroffen. Das Mobiltelefon dient lediglich als Kommunikationsschnittstelle. Selbst wenn es kompromittiert wird, kann ohne eine erfolgreiche Authentifizierung kein Zugriff auf das Schließgerät gewährt werden.
Was ist bei der Einführung vernetzter Schlösser zu beachten?
Organisationen sollten mehrere Aspekte berücksichtigen, wenn sie prüfen, wie sich vernetzte Schlösser in ihre übergeordnete Sicherheitsinfrastruktur integrieren lassen. Zunächst sollten die Serverfunktionen und externen Dienstleister bewertet werden, da vernetzte Schlösser in hohem Maße von dieser Infrastruktur abhängig sind. Dabei ist unter anderem zu untersuchen, wie Informationen geschützt, gespeichert und entsprechend den jeweiligen nationalen Vorschriften verarbeitet werden.
Darüber hinaus ist es wichtig zu verstehen, wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über alle vernetzten Geräte hinweg funktioniert. Ebenso sollte geprüft werden, ob die gewählte Lösung von unabhängigen externen Prüfstellen ordnungsgemäß verifiziert wurde. Schließlich müssen die Verfahren zur Passwortverwaltung und die betrieblichen Richtlinien lückenlos sein, damit das System reibungslos und sicher verwaltet werden kann.
Wer profitiert von vernetzten Schlössern?
Facility-Manager sowie kleine und mittlere Unternehmen können in hohem Maße von vernetzten Schlössern profitieren. Die zentralisierte Zutrittskontrolle ist besonders in Umgebungen mit mehreren Standorten oder in Unternehmen mit eigenen Fahrzeugflotten hilfreich.
Facility- und Sicherheitsmanager können mithilfe der zentralen Verwaltung ihren administrativen Aufwand reduzieren. Sie können Änderungen aktivieren, Prüfprotokolle in Echtzeit einsehen und logistische Abläufe vorausschauend steuern, ohne dafür mehrere Vor-Ort-Termine wahrnehmen zu müssen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich vernetzte Schließlösungen einfach installieren und bedienen lassen. Da sie für die laufende Verwaltung auf eine cloudbasierte Infrastruktur zurückgreifen, müssen Organisationen zudem keine eigenen Server vor Ort betreiben.
Wie sieht die Zukunft aus?
Vernetzte Schlösser werden dauerhaft Teil moderner Sicherheitslösungen bleiben. Wir erwarten eine noch stärkere Integration mit weiteren Sicherheitsgeräten wie Kameras oder Sensoren. Die Zukunft gehört umfassenden, hochentwickelten Ökosystemen, die unsere kritische Infrastruktur, den öffentlichen Sektor und unsere Privathaushalte schützen.
Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass künstliche Intelligenz künftig eine noch zentralere Rolle in Sicherheitssystemen und vernetzten Schließlösungen spielen wird. Dadurch werden schnellere und proaktivere Reaktionen auf Sicherheitsverletzungen und andere Vorfälle möglich.